Für viele Schüler*innen markiert die Lehrstellen-Saison den Beginn eines wichtigen Lebensabschnitts. Während der Schulzeit rückt die Frage nach der beruflichen Zukunft oft noch in den Hintergrund. Doch sobald die ersten Lehrstellen ausgeschrieben werden und Mitschüler*innen von Schnupperlehren oder Bewerbungen erzählen, wird klar: Der Einstieg in die Arbeitswelt steht bevor.
Gerade in der Schweiz beginnen viele Organisationen, Gemeinden, Kantone und sinnstiftende Institutionen früh mit der Suche nach neuen Lernenden. Wer sich rechtzeitig mit der Berufswahl und der Lehrstellensuche beschäftigt, verschafft sich deshalb einen wichtigen Vorteil. Das bedeutet jedoch nicht, dass man bereits heute genau wissen muss, welchen Beruf man ein Leben lang ausüben möchte. Viel wichtiger ist es, die kommenden Monate zu nutzen, um verschiedene Möglichkeiten kennenzulernen und herauszufinden, welche Tätigkeiten wirklich zu den eigenen Interessen und Stärken passen.
Die Lehrstellensuche beginnt oft früher als viele denken
Eine der häufigsten Überraschungen für Jugendliche und ihre Eltern ist der frühe Zeitpunkt vieler Ausschreibungen. Zahlreiche Lehrstellen werden bereits über ein Jahr vor dem eigentlichen Lehrbeginn veröffentlicht. Besonders beliebte Berufe oder Ausbildungsplätze bei bekannten Arbeitgeber*innen erhalten oft schon in den ersten Wochen zahlreiche Bewerbungen.
Deshalb lohnt es sich, die Lehrstellensuche nicht aufzuschieben. Wer früh startet, kann verschiedene Berufe vergleichen, Informationsveranstaltungen besuchen und sich ohne Zeitdruck auf Bewerbungen vorbereiten. Gleichzeitig entsteht die Möglichkeit, sich gezielt auf interessante Lehrstellen zu bewerben, anstatt sich kurz vor Bewerbungsschluss unter Druck für irgendeine Stelle entscheiden zu müssen.
Die richtige Berufswahl ist wichtiger als eine schnelle Bewerbung
Viele Jugendliche konzentrieren sich zu Beginn vor allem auf die Frage, wo sie eine Lehrstelle finden können. Dabei sollte zuerst geklärt werden, welcher Beruf überhaupt zu den eigenen Interessen passt.
Nicht jeder Mensch arbeitet gerne am Computer, nicht jede Person möchte den ganzen Tag mit Kund*innen in Kontakt stehen und nicht jede Tätigkeit passt zu den persönlichen Stärken. Deshalb lohnt es sich, sich ehrlich mit den eigenen Interessen auseinanderzusetzen. Welche Schulfächer machen Freude? Arbeitet man lieber praktisch oder organisiert man gerne? Interessiert man sich für Technik, Verwaltung, Gesundheit oder soziale Berufe?
Die Berufswahl ist kein Wettlauf. Wer sich genügend Zeit nimmt, verschiedene Berufe kennenzulernen, trifft meist bessere Entscheidungen als jemand, der sich ausschliesslich auf die erste verfügbare Lehrstelle konzentriert.
Schnupperlehren bieten wertvolle Einblicke
Kaum etwas hilft bei der Berufswahl so sehr wie praktische Erfahrungen. Eine Schnupperlehre ermöglicht es Jugendlichen, den Berufsalltag direkt kennenzulernen und herauszufinden, ob die eigenen Vorstellungen mit der Realität übereinstimmen.
Oft zeigt sich erst während einer Schnupperlehre, welche Aufgaben tatsächlich zum Beruf gehören. Gleichzeitig lernen Jugendliche mögliche Arbeitgeber*innen kennen und können erste Kontakte knüpfen. Nicht selten ergeben sich daraus später sogar Bewerbungs- oder Lehrstellenchancen.
Auch wenn bereits ein Wunschberuf feststeht, kann es sinnvoll sein, mehrere Schnupperlehren in unterschiedlichen Bereichen zu absolvieren. Manchmal entdeckt man dabei Möglichkeiten, die man vorher gar nicht in Betracht gezogen hätte.
Eine gute Bewerbung entsteht Schritt für Schritt
Sobald passende Lehrstellen gefunden wurden, beginnt die Bewerbungsphase. Viele Jugendliche unterschätzen dabei den Aufwand einer überzeugenden Bewerbung. Ein Motivationsschreiben sollte nicht einfach aus Vorlagen kopiert werden, sondern zeigen, warum genau dieser Beruf und dieser Ausbildungsbetrieb interessant sind.
Auch der Lebenslauf verdient besondere Aufmerksamkeit. Er vermittelt den ersten Eindruck und sollte sorgfältig gestaltet sein. Schulzeugnisse, Schnupperberichte und weitere Nachweise ergänzen die Unterlagen und helfen Arbeitgeber*innen dabei, sich ein umfassendes Bild zu machen.
Wichtig ist vor allem, sich genügend Zeit für die Vorbereitung zu nehmen. Eine durchdachte Bewerbung hinterlässt einen deutlich besseren Eindruck als eine Bewerbung, die unter Zeitdruck erstellt wurde. Qualität ist dabei meist wichtiger als die Anzahl verschickter Bewerbungen.
Absagen gehören zum Bewerbungsprozess dazu
Viele Jugendliche erleben im Verlauf der Lehrstellensuche mindestens eine Absage. Das kann enttäuschend sein, ist jedoch völlig normal. Oft entscheiden sich Unternehmen zwischen mehreren geeigneten Bewerbenden und müssen deshalb Absagen verschicken, obwohl die eingereichten Unterlagen überzeugen.
Eine Absage bedeutet nicht automatisch, dass die Bewerbung schlecht war oder der gewünschte Beruf nicht geeignet ist. Vielmehr gehört sie für viele Lernende zum Bewerbungsprozess dazu. Entscheidend ist, sich davon nicht entmutigen zu lassen und die Suche konsequent fortzusetzen.
Wer Rückmeldungen erhält, kann diese nutzen, um zukünftige Bewerbungen weiter zu verbessern. Jede Bewerbung und jedes Vorstellungsgespräch bringt wertvolle Erfahrungen für den weiteren Weg.
Lehrstellen im öffentlichen Sektor entdecken
Bei der Lehrstellensuche denken viele Jugendliche zuerst an private Unternehmen. Dabei bieten auch Gemeinden, Städte, Kantone und andere öffentliche Institutionen attraktive Ausbildungsplätze an. Ebenso bilden Spitäler, Kliniken sowie Alters- und Pflegeheime jedes Jahr zahlreiche Lernende aus und bieten spannende Einstiegsmöglichkeiten in die Berufswelt.
Lehrstellen im öffentlichen Sektor ermöglichen vielfältige Einblicke in unterschiedliche Arbeitsbereiche. Lernende übernehmen Verantwortung, arbeiten mit Menschen aus verschiedenen Berufsgruppen zusammen und erhalten häufig die Möglichkeit, unterschiedliche Abteilungen und Tätigkeiten kennenzulernen. Dadurch entsteht ein breites Verständnis für den gewählten Beruf und dessen Bedeutung für die Gesellschaft.
Besonders gefragt sind Ausbildungen als Kauffrau/Kaufmann (KV) EFZ, Informatiker*in EFZ, Fachperson Betriebsunterhalt EFZ oder Mediamatiker*in EFZ. Im Gesundheits- und Betreuungswesen bieten Berufe wie Fachperson Gesundheit (FaGe), Fachperson Betreuung (FaBe) oder Assistent*in Gesundheit und Soziales (AGS) attraktive Einstiegsmöglichkeiten. Die grosse Vielfalt an Lehrberufen ermöglicht es Jugendlichen, eine Ausbildung zu finden, die ihren Interessen und Stärken entspricht.
Jetzt aktiv werden und Chancen nutzen
Die Lehrstellen-Saison ist die ideale Gelegenheit, sich intensiv mit der eigenen beruflichen Zukunft auseinanderzusetzen. Wer früh beginnt, verschiedene Berufe erkundet und sich sorgfältig auf Bewerbungen vorbereitet, schafft die besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben.
Auch wenn noch nicht alle Antworten feststehen, lohnt es sich, den ersten Schritt zu machen. Jede Schnupperlehre, jede Bewerbung und jede neue Erfahrung bringt dich deinem Ziel näher. Die passende Lehrstelle findet sich selten von heute auf morgen – aber mit Neugier, Engagement und etwas Ausdauer steigen die Chancen deutlich, den richtigen Weg für die Zukunft zu finden.
Offene Lehrstellen im öffentlichen Sektor
Wer sich einen Überblick über offene Ausbildungsplätze verschaffen möchte, findet auf publicjobs.ch zahlreiche Lehrstellen bei öffentlichen und staatsnahen Arbeitgeber*innen. Dazu zählen Gemeinden, Städte, Kantone, Spitäler sowie Alters- und Pflegeheime, die in unterschiedlichsten Berufsfeldern Lernende ausbilden.
Von kaufmännischen und technischen Berufen über die Informatik bis hin zum Gesundheits- und Betreuungswesen stehen vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten offen. Entdecke aktuelle Lehrstellen und finde heraus, welche Berufe und Arbeitgeber*innen am besten zu deinen Interessen und Stärken passen.




